DGS: H9N2 erstmals in EU-Geflügelbeständen nachgewiesen

01-07-2026

In Ungarn ist erstmals die H9N2-Klade G5.5 in Geflügelbeständen nachgewiesen worden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sowie das EU-Referenzlabor für Aviäre Influenza sehen darin einen Grund, die Überwachung dieser Viren zu verstärken.

von DGS RedaktionQuelle EFSA, ECDCerschienen am 01.07.2026    
 

Erstmals ist die H9N2-Klade G5.5 in Geflügelbeständen der Europäischen Union nachgewiesen worden. Nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und des EU-Referenzlabors für Aviäre Influenza waren sieben Betriebe in Ungarn betroffen. Welche Geflügelarten gehalten wurden, nennt der aktuelle Überwachungsbericht nicht. Die Behörden empfehlen deshalb, die Überwachung dieser Viren in Europa zu verstärken.

Der Nachweis ist Teil des aktuellen europäischen Influenza-Monitorings. Insgesamt meldeten die EU-Mitgliedstaaten im Berichtszeitraum vom 28. Februar bis 4. Juni 186 Ausbrüche der Aviären Influenza in Hausgeflügel und gehaltenen Vögeln sowie 763 Nachweise bei Wildvögeln. Während die Zahl der Ausbrüche in Geflügelbeständen etwa auf dem Niveau des Vorjahres lag, registrierten die Behörden bei Wildvögeln eine deutlich höhere Viruszirkulation, insbesondere bei Wasservögeln.

 
 

Überwachung soll ausgeweitet werden

Nach Einschätzung von EFSA, ECDC und dem EU-Referenzlabor rechtfertigt der erstmalige Nachweis der H9N2-Klade G5.5 in europäischen Geflügelbeständen eine verstärkte Überwachung. Ziel ist es, Veränderungen der Viruszirkulation frühzeitig zu erkennen und mögliche Risiken für die Tiergesundheit besser bewerten zu können. Der Bericht weist zugleich darauf hin, dass Infektionen des Menschen mit aviären Influenzaviren weiterhin selten sind. Für die Allgemeinbevölkerung in der EU schätzen die Behörden das Risiko unverändert als niedrig ein.

H9N2-Viren sind in Teilen Asiens, des Nahen Ostens und Afrikas seit Jahren im Geflügel verbreitet und verursachen dort wirtschaftliche Verluste durch Leistungseinbußen und erhöhte Krankheitsanfälligkeit. Außerdem gelten sie als Viren, die genetisches Material mit anderen Influenza-A-Viren austauschen können. Deshalb werden sie international seit Langem intensiv überwacht. Dass nun erstmals die Klade G5.5 in Geflügelhaltungen eines EU-Mitgliedstaates festgestellt wurde, dürfte die Aufmerksamkeit der Veterinärbehörden weiter erhöhen.

HPAI-Risiko bleibt niedrig

Unabhängig davon bewerten EFSA und ECDC die aktuelle HPAI-Lage in Europa als vergleichsweise stabil. Für die Allgemeinbevölkerung bleibt das Risiko nach Angaben der Behörden niedrig. Personen mit engem Kontakt zu infizierten Tieren oder kontaminierten Umgebungen tragen dagegen weiterhin ein niedriges bis moderates Risiko. Mit Blick auf den bevorstehenden Herbst empfehlen die Fachleute, die Überwachung von Wildvögeln und Geflügelbeständen fortzuführen, um neue Viruseinträge möglichst früh zu erkennen.

 
 

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