DGS: Geflügelpest schwächt Polens Eierproduktion deutlich

25-07-2026

Die Geflügelpest hat die polnische Eierproduktion in diesem Jahr deutlich geschwächt. Branchenvertreter warnen vor einem anhaltend knappen Angebot und möglichen Auswirkungen auf den europäischen Eiermarkt, da sich Legehennenbestände nur langsam wieder aufbauen lassen.

von DGS RedaktionQuelle Glówny Inspektorat Weterynarii, GIWerschienen am 25.07.2026
 
 

Die Geflügelpest hat die polnische Eierwirtschaft in diesem Jahr schwer getroffen. Nach Angaben der polnischen Veterinärbehörde (Glówny Inspektorat Weterynarii, GIW) mussten seit Jahresbeginn rund 10 Mio. Stück Geflügel im Zusammenhang mit Ausbrüchen der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) gekeult werden. Besonders betroffen sind Legehennenbetriebe, wodurch sich das Angebot an Eiern bereits spürbar verknappt hat.

Nach Einschätzung von Pawel Podstawka, Präsident der polnischen Landesvereinigung der Geflügelzüchter und Eiererzeuger (Krajowa Federacja Hodowców Drobiu i Producentów Jaj, KFHDiPJ), wurden infolge der HPAI-Ausbrüche bislang 4,88 Millionen Legehennen gekeult. Bei einem nationalen Bestand von rund 38 bis 42 Mio. Legehennen entspreche dies einem Verlust von etwa 12 % der Produktionskapazität. Da eine Legehenne im Durchschnitt 300 bis 330 Eier pro Jahr lege, gingen dem Markt derzeit monatlich rund 120 bis 135 Mio. Eier verloren. Diese Angaben stammen aus Berechnungen des Branchenverbandes.

Hinzu kommt, dass sich die Bestände nur langsam wieder aufbauen lassen. Nach Angaben der KFHDiPJ vergehen vom Schlupf bis zum Produktionsbeginn einer Legehenne sechs bis neun Monate. Einige Betriebe hätten sich deshalb noch nicht vollständig von den massiven HPAI-Ausbrüchen des vergangenen Jahres erholt, bei denen nach Verbandsangaben rund 20 Mio. Geflügel verloren gingen.

Der Verband rechnet damit, dass sich die Verluste bis zum Jahresende auf 5,5 bis sechs Mio. Legehennen erhöhen könnten. Sollte diese Entwicklung eintreten, dürfte das Angebot an Schaleneiern und insbesondere an Industrieeiern weiter sinken. Nach Einschätzung der KFHDiPJ würden dadurch auch Eiprodukte wie Flüssigei oder Eipulver teurer, während die Importe von Eiern und Eiprodukten zunehmen könnten. Diese Prognosen beruhen auf Einschätzungen der Branche und nicht auf amtlichen Marktprognosen.

Neben der Geflügelpest belastet auch die Newcastle-Krankheit die polnische Geflügelwirtschaft. Während HPAI vor allem große Legehennenbetriebe trifft, wirkt sich Newcastle Disease nach Angaben des Verbandes stärker auf die Broilermast aus. Sollten weitere Ausbrüche folgen, könnten nach Einschätzung der Branche auch die Geflügelfleischproduktion sowie Exportmöglichkeiten beeinträchtigt werden.

Die Entwicklung reicht über den polnischen Markt hinaus. Polen zählt zu den größten Eierproduzenten und Eierexporteuren der Europäischen Union und war 2025 nach Exportwerten bereits der zweitgrößte Eierexporteur innerhalb der EU. Produktionsausfälle in dieser Größenordnung können daher auch den europäischen Eiermarkt beeinflussen und sich auf die Versorgung der verarbeitenden Industrie sowie auf die Preisentwicklung in anderen Mitgliedstaaten auswirken.

 
 

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