DGS: Sommerhitze macht große Eier knapp

14-08-2026

Am Eiermarkt fehlt es derzeit vor allem an großen Eiern. Die hohen Temperaturen drücken die Eigewichte. Besonders L- und XL-Eier sind knapp, bei brauner Ware ist die Lage noch angespannter.

von DGS RedaktionQuelle: DEU erschienen am 14.08.2026 Lesezeit: ca. 2 Min.

Die Hitze macht sich inzwischen auch bei der Sortierung der Eier bemerkbar. Die Eigewichte sind gesunken, entsprechend weniger Eier schaffen es in die Gewichtsklassen L und XL. Genau diese Ware wird am Markt zunehmend knapp. Der aktuelle Marktkommentar der DEU-Eiervertriebsgesellschaft für die KW 33 beschreibt den Eiermarkt insgesamt als fest bis freundlich. Von einem generellen Mangel kann keine Rede sein. Eier aus den verschiedenen Haltungsformen sind verfügbar. Auch die Nachfrage läuft trotz Ferienzeit ordentlich. Die Verarbeitungsindustrie deckt sich weiterhin für den laufenden Bedarf ein.

Große Eier fehlen

Knapp wird es vor allem am oberen Ende der Gewichtsskala. L- und XL-Eier sind nur begrenzt verfügbar, braune Ware besonders. DEU führt das ausdrücklich auf die hohen Sommertemperaturen und die dadurch gesunkenen Eigewichte zurück.

Neu ist die Entwicklung nicht, sie hat sich aber verschärft. Schon im Marktbericht für KW 30 hatte DEU von sommerlich bedingt geringeren Eigewichten berichtet. Damals fehlten vor allem XL-Eier, während bei M-Eiern teilweise noch Überhänge bestanden. In KW 32 waren braune deutsche L-Eier am freien Markt bereits kaum noch zu bekommen.

Das zeigte sich auch bei den Preisen. In der Weser-Ems-Notierung für deutsche KAT-Bodenhaltung legten in KW 32 vor allem L und XL zu. Weiße XL-Eier wurden mit 26,73 Cent je Ei notiert, braune mit 26,85 Cent. Bei L waren es 13,20 beziehungsweise 13,50 Cent. M und S blieben dagegen gegenüber der Vorwoche unverändert.

Was die Hitze mit dem Eigewicht macht

Dass Legehennen bei hohen Temperaturen leichtere Eier legen können, ist gut belegt. Ein Grund dafür ist die geringere Futteraufnahme bei Hitzestress. Den Tieren stehen damit weniger Nährstoffe für die Eibildung zur Verfügung.

Wie groß der Unterschied ausfallen kann, zeigt eine 2026 veröffentlichte Untersuchung. Legehennen wurden darin täglich zwölf Stunden lang Temperaturen von 35 °C ausgesetzt. Ihre Eier waren im Mittel fast 3 g leichter als die der Vergleichsgruppe bei 22 °C. Auch frühere Versuche zeigen niedrigere Eigewichte bei hohen Temperaturen.

Wie stark sich das im einzelnen Bestand auswirkt, hängt allerdings von mehreren Faktoren ab. Alter und Genetik der Hennen spielen ebenso eine Rolle wie Fütterung und Futteraufnahme. Gerade das Alter ist für den Markt interessant: Mit zunehmendem Hennenalter steigt normalerweise das Eigewicht und damit auch der Anteil an L- und XL-Eiern.

Derzeit reicht dieser Effekt offenbar nicht aus, um den Bedarf an großen Eiern zu decken. Während Eier insgesamt verfügbar sind, hat die Sommerhitze das Angebot innerhalb der Gewichtsklassen verschoben. Für L und XL bleibt der Markt deshalb vorerst eng.

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