DGS: Salmonellen: Deutschland erreicht alle Bekämpfungsziele20-10-2026
Deutschland hält die europäischen Salmonellen-Grenzwerte in sämtlichen untersuchten Geflügelgruppen ein. Der aktuelle BfR-Bericht zeigt jedoch Unterschiede: Bei Legehennen gingen die Nachweise zurück, bei Mastputen stiegen sie.
von DGS RedaktionQuelle: Wissenschaftsbericht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) erschienen am 20.10.2026 Lesezeit: ca. 3 Min.
Regelmäßige Untersuchungen sollen Salmonellen in Geflügelbeständen frühzeitig aufspüren und verhindern, dass sich die Erreger über die Produktionskette verbreiten. © Lightspring/Shutterstock
Deutschland hat 2025 die europäischen Salmonellen-Bekämpfungsziele in allen untersuchten Geflügelgruppen erreicht. Allerdings entwickelten sich die Nachweisraten unterschiedlich: Während der Anteil salmonellenpositiver Legehennenherden zurückging, stieg er bei Mastputen von 0,5 auf 1,1 %. Das geht aus dem am 1. Oktober veröffentlichten Wissenschaftsbericht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hervor. Insgesamt wiesen die Untersucher bei 45 von 4.151 Mastputenherden Salmonellen nach. Im Vorjahr waren es 23 von 4.220 Herden. Damit hat sich die Zahl der positiven Herden nahezu verdoppelt, obwohl etwas weniger Herden untersucht wurden. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Salmonella Enteritidis. Diesen auch für den Menschen bedeutsamen Erregertyp wiesen die Untersucher 2025 in 21 Mastputenherden nach, gegenüber vier Herden im Vorjahr. Der Anteil stieg damit von 0,1 auf 0,5 %. Zusammen mit Salmonella Typhimurium gehörten 27 der 45 positiven Herden zu den Fällen mit bekämpfungsrelevanten Salmonellen. Trotz des Anstiegs blieb deren Anteil mit 0,7 % unter dem europäischen Zielwert von 1 %. Legehennen entwickeln sich gegenläufigBei Legehennen ergibt sich ein anderes Bild. Hier sank der Anteil salmonellenpositiver Herden von 1,5 auf 1,1 %. In 71 der 6.729 untersuchten Herden wurden 2025 Salmonellen gefunden. Auch bei den beiden besonders relevanten Erregertypen verbesserte sich die Lage: Die Zahl der betroffenen Herden ging von 59 auf 42 zurück, ihr Anteil von 0,9 auf 0,6 %. Damit lag Deutschland deutlich unter dem für Legehennen geltenden Zielwert von 2 %. Allerdings waren die Nachweisraten noch immer höher als im besonders günstigen Jahr 2023. Bei Masthähnchen stieg die allgemeine Salmonellennachweisrate dagegen leicht von 1,3 auf 1,5 %. Von 20.351 untersuchten Herden waren 298 positiv. S. Enteritidis und S. Typhimurium fanden sich jedoch nur in elf Herden, nach zwölf im Vorjahr. Auch S. Infantis ging weiter zurück: 2022 waren noch 32 Herden betroffen, 2025 lediglich drei. Positive Befunde auch in der ZuchtEin weiterer Befund verdient Aufmerksamkeit, weil Salmonellen bereits über vorgelagerte Produktionsstufen in die Geflügelhaltung gelangen können. Bei Zuchthühnern stieg die Nachweisrate von 0,3 auf 1,2 %. Neun von 775 untersuchten Herden waren positiv. In vier Fällen fanden die Untersucher einen der besonders relevanten Erregertypen, während im Vorjahr keiner nachgewiesen worden war. Bei den 36 untersuchten Elterntierherden der Legerichtung betraf dies zwei Herden mit S. Typhimurium. Wegen der geringen Zahl untersuchter Herden lässt sich daraus allerdings keine allgemeine Entwicklung für die gesamte Legehennenzucht ableiten. Für Geflügelhalter ist deshalb nicht nur die Entwicklung im eigenen Produktionszweig interessant. Salmonellen können über Tiere, Personen, Geräte oder andere Eintragswege in Bestände gelangen. Der Jahresbericht untersucht allerdings nicht, welche Ursachen hinter den höheren Nachweisraten bei Mastputen stehen. Er liefert somit keinen Beleg dafür, dass einzelne Biosicherheitsmaßnahmen versagt haben. Hinzu kommt, dass die Auswertung betriebliche Eigenkontrollen und amtliche Untersuchungen zusammenführt. Letztere schließen auch gezielte Verdachts- und Nachuntersuchungen ein. Bei Mastputen sank der Anteil positiver Herden innerhalb der amtlichen Untersuchungen sogar leicht von 2,6 auf 2,4 %, während die Gesamtrate stieg. Die unterschiedlichen Untersuchungsgruppen müssen daher getrennt betrachtet werden. Die gesetzlichen Bekämpfungsziele erreichte Deutschland 2025 dennoch in allen untersuchten Geflügelgruppen. Der Anstieg bei Mastputen ist somit kein Beleg für ein flächendeckendes Salmonellenproblem, zeigt aber, weshalb Betriebe die bestehenden Kontrollen konsequent fortführen sollten. Vor allem der häufigere Nachweis von S. Enteritidis verdient Aufmerksamkeit: Hier stieg nicht nur die allgemeine Nachweisrate, sondern auch die Zahl der Herden mit einem besonders bedeutsamen Erregertyp.
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