DGS: Weniger Geflügelpestausbrüche, aber HPAI zirkuliert weiter in Wildvögeln

29-06-2026

Die Zahl der Geflügelpestausbrüche in Europa ist im Frühjahr zurückgegangen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sieht deshalb für die Sommermonate ein geringeres Risiko. Gleichzeitig weisen die Fachbehörden auf eine weiterhin intensive Viruszirkulation bei Wildvögeln hin.

von DGS RedaktionQuelle EFSAerschienen am 29.06.2026
       
 

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sowie das EU-Referenzlabor für Aviäre Influenza haben ihren aktuellen Überblick zur Geflügelpest veröffentlicht. Erfasst wurden die Entwicklungen zwischen dem 28. Februar und dem 4. Juni 2026.

In diesem Zeitraum meldeten die Mitgliedstaaten 186 Ausbrüche hochpathogener aviärer Influenza (HPAI) in Geflügelhaltungen und anderen gehaltenen Vogelbeständen sowie 763 HPAI-Nachweise bei Wildvögeln. Nach Einschätzung der Fachbehörden ging die Zahl der Ausbrüche gegenüber den Wintermonaten deutlich zurück. Für die Sommermonate rechnen sie deshalb mit einer insgesamt ruhigeren Seuchenlage.

Wildvögel bleiben wichtiges Virusreservoir

Entwarnung geben die Experten dennoch nicht. Zwar wurden weniger Ausbrüche in Geflügelbeständen registriert, gleichzeitig lag die Zahl der HPAI-Nachweise bei Wildvögeln mindestens dreimal höher als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Behörden führen dies unter anderem auf eine intensivere Überwachung sowie auf anhaltende Infektionen in verschiedenen Wildvogelpopulationen zurück.

Nach Einschätzung von EFSA, ECDC und EU-Referenzlabor bleibt das Virus damit in der Umwelt präsent. Mit Beginn des herbstlichen Vogelzugs könne sich das Risiko für neue Einträge in Geflügelbestände wieder erhöhen.

H9N2 in Ungarn nachgewiesen

Neben HPAI berichten die Fachbehörden erstmals auch über sieben Ausbrüche des niedrigpathogenen Influenza-Subtyps H9N2 in ungarischen Geflügelbetrieben. Für Europa gilt dieser Virustyp bislang als selten. Die Behörden empfehlen deshalb, die Entwicklung aufmerksam zu verfolgen.

Für Geflügelhalter bleibt nach Einschätzung der Experten die Biosicherheit die wichtigste Maßnahme, um Einträge aus Wildvogelpopulationen in die Bestände zu verhindern.

 
 

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